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Montag, 15. Dezember 2008

Wo sind sie denn?

Wo sind in Deutschland denn die Einmaligen, die Supertalente, die Romanautoren, die in der ersten Liga der Weltliteratur mit(spielen)schreiben können? Wo sind sie nur? Man sucht sie wohl vergeblich!

>Halb verdurstet schleppt ich mich hin,
Durch die mitteleuropäische Literaturwüste.
Und ein sechsflügliger Seraph
Erschien mir im Traum.
Er zerhieb mir die Brust mit dem Schwert,
Und heraus nahm er das zitternde Herz,
Und ein Stück Kohle, feurig glühend,
Schob er in die klaffende Brust.
Und seine Stimme rief mich an:
"Steht auf, Autoren und schreibt,
Brennt mit euren Worten die Herzen der Menschen."<

Text: Inspiriert durch Alexander Puschkins Gedicht: Der Prophet, in A. Puschkin, Ein Dichterleben.

Dieses Gedicht von Puschkin wurde von Fjodor Michailowitsch Dostojewski oft bei öffentlichen Lesungen vorgetragen. Es war Dostojewskis Lieblingsgedicht. Ein Gedicht von dunkelglühender hieratischer Grausamkeit, das Dostojewski so meisterlich vorzutragen verstand, dass das Publikum jedesmal in Begeisterungstaumel fiel und Beifallsstürme auslöste.

Dostojewski konnte nie die Vortragsbühne verlassen ohne Puschkins Gedicht reziert zu haben, weil die Zuhörerschaft immer mit Sprechchören Puschkins Gedicht von ihm forderte.

Et si omnes, ego non.

Auch wenn alle es so machen, ich nicht.

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"Allmählich verwandelt das Mysterium des Lebens jeden Kummer gewesener Tage in ruhige Heiterkeit." Fodor M. Dostojewski ________________________ "Du bist die Zukunft, großes Morgenrot über den Ebenen der Ewigkeit. Aus dir kommt mir Wissen, dass ich Raum zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe." Rainer Maria Rilke